Königswinterer Rat will mehr Verkehr in Dollendorf

 

Am Limperichsberg in Königswinter-Thomasberg plant die Stadtverwaltung eine grossflächige Bebauung, die nicht nur einen wertvollen Teil des Siebengebirges - die bewaldte Bergkuppe des Limperichsbergs - massiv in Mitleidenschaft ziehen würde. Sie würde auch die massiven Verkehrsprobleme in Dollendorf weiter zuspitzen. 

 

Wer die Bürgeranhörung am 15.10.2003 zur geplanten grossflächigen Bebauung am Limperichsberg mitverfolgt hat, konnte nur staunen angesichts der Nonchalance, mit der die Stadtverwaltung ihre Planungen vortrug. Es ist schon erstaunlich genug, dass als Hauptgrund für die geplante grossflächige Bebauung angeführt wird, dass man dies bereits 1974 so beschlossen habe und deswegen müsse das nun gemacht werden, mit geradezu sowjetischer Planerfüllungsmentalität. Noch erstaunlicher ist aber die verkehrspolitische Konsequenz: 265 Wohnungen sollen gebaut werden, wobei die Stadtverwaltung mit 2 Autos pro Haushalt rechnet. Das entspricht 530 Autos. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der grösste Teil davon allmorgendlich nach Bonn pendeln wird, und zwar durch Dollendorf.

 

Wer nun in Erinnerung an die Südtangenten-Diskussion dachte, da müssten bei der Verwaltung und den Ratsfraktionen von CDU und SPD alle Alarmglocken angehen, sah sich jedoch enttäuscht. Obwohl sie alle bis vor kurzer Zeit noch die bestehende Belastung Dollendorfs mit Auto-Durchgangsverkehr in den schwärzesten Farben malten, erklärte die Verwaltung auch auf mehrfache Nachfrage nur lapidar: 1. die Dollendorfer Durchgangsstrassen könnten diese paar Hundert Autos durchaus noch aufnehmen, 2. beschweren könne sich darüber auch kein Anwohner, da die Flächennutzungspläne seit 1974 bekannt seien, und 3. zusätzliches Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln sei ebenfalls nicht geplant.

 

Der unbefangene Beobachter kann daraus nur einen Schluss ziehen: die von der Königswinterer CDU und SPD als Begründung für die nunmehr gestorbene »Südtangente« herangezogene Begründung, dass Dollendorf unter zuviel Durchgangsverkehr leidet, war nur ein Vorwand. Die vielbeschworene »Solidarität mit Dollendorf« war offenbar nicht sehr ernst gemeint. Bleibt die Frage: Wie lange lassen sich die Dollendorfer von solchen Volksvertretern noch verschaukeln?

 

Unsere Aktivitäten dazu:

Presseerklärung vom 18.Oktober 2001

Flugblatt, das in Dollendorf Ende Oktober 2003 verteilt wurde

Weitere Informationen und Alternativ-Vorschläge gibt es auf den Internetseiten der Initiative »Rettet den Limperichsberg «

Stellungnahme des BUND

Stand: 16.11.03